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Renault

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Renault ist ein französischer Automobilhersteller. Nach der strategischen Allianz zwischen Renault und Nissan im Jahr 1999 ist Renault-Nissan einer der größten Automobilhersteller der Welt. Weltweit arbeiten über 126.000 Mitarbeiter bei Renault. Es ist mit großem Abstand die stärkste ausländische Automobilmarke in Deutschland und hält einen Marktanteil von 5,8 % (2008) bei den Pkw und den leichten Nutzfahrzeugen.

 

An Weihnachten 1898 wurde das Unternehmen „Renault Frères“ (Gebrüder Renault) von Louis Renault, Fernand Renault und Marcel Renault gegründet. Louis Renault leitete das Unternehmen von 1898 bis 1944. Neben der Leitung des Unternehmens war er weiterhin als Techniker tätig. Dieses führte über die Jahre zu zahlreichen Patenten, welche die automobile Welt revolutionierten. Beispielhaft seien hier die Kardanwelle, die einzuschraubende Zündkerze oder der Turbokompressor (Turbolader) genannt, ebenso der Sicherheitsgurt, der erste V8-Motor für ein Flugzeug und die Trommelbremse.

Die Entwicklung des Familienunternehmens schritt schnell voran, so beschäftigte Renault um 1900 schon über 100 Mitarbeiter. Den Durchbruch vom Familienunternehmen zum großen Industriekonzern schaffte Renault im Jahr 1906, als ein Pariser Taxiunternehmen 1500 Taxis bei Renault bestellte.

Renault begann schon früh mit der Produktion von Nutzfahrzeugen. 1909 gab es bereits 3- und 5-Tonner, 1915 eine Zugmaschine mit Allradantrieb und -lenkung. 1913 produzierte Renault das zehntausendste Auto. Diese Zahl an Autos reichte fast an die Produktionszahlen von Ford und war in Europa einzigartig.

Durch den Ersten Weltkrieg änderte sich die Produktion. Es wurden keine Autos mehr hergestellt, sondern militärisches Gerät, Motoren für Panzer und Flugzeuge und Munition. Renault zeichnete sich auch hier durch innovative technische Lösungen aus. So war der Renault FT 17 der erste Panzer mit einem drehbaren Turm und einer selbsttragenden Karosserie.

Ein weiterer Mythos des Weltkrieges wurde das Modell Renault AX, das vornehmlich von Taxifahrern genutzt wurde. Als zu Beginn des Krieges die Armee die Truppen nicht schnell genug zur Front an der Marne bringen konnte, übernahmen das die Pariser Taxifahrer mit ihren Renault-AX-Taxis. Durch seine Tätigkeit für Frankreich im ersten Weltkrieg war Renault nationaler Held geworden, er deshalb wurde zum Offizier der Ehrenlegion ernannt.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs begann man bei Renault mit dem Traktorenbau. Eine der Fertigungsstätten wurde ab Mitte der 30er Jahre Le Mans. 1962 kaufte man Porsche Traktor. Die Traktorensparte wurde gegen Beginn des neuen Jahrtausends vom deutschen Landmaschinenhersteller Claas übernommen, dessen Kapital seit Anfang 2006 bei 80 % liegt.

Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte Renault wieder zur Automobilproduktion zurück. Man begann wie bei den meisten Automobilherstellern mit leicht modifizierten Vorkriegsmodellen. Aber bald schon expandierte Renault nicht nur bei der Vielzahl seiner Automodelle, sondern wagte sich auch in weitere Sparten, wie zum Beispiel die Produktion von Bootsmotoren, vor.

1929 wurde der erste Diesel-LKW vorgestellt. In den 30er Jahren fanden sie eine große Verbreitung. Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise ging die Produktion in die Richtung energiesparender Fahrzeuge. So verbrauchte der Renault 6CV um die 3,7 Liter Treibstoff auf 100 km.

In den 1930er Jahren baute Renault eine Produktionsstätte auf der Seine-Insel Seguin auf. Auf der 70.000 m² großen Insel entstand das damals größte und modernste Automobilwerk in Europa. Außerhalb der USA war Renault nun im Besitz der längsten Fließbandstraße, welche 1,5 km lang war. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs produzierte Renault überwiegend repräsentative Luxusautomobile.

Während des Zweiten Weltkriegs produzierte Renault Lastwagen für die deutsche Armee, deswegen waren die Produktionswerke Renaults im März 1942 Angriffsziele der Alliierten. So kam die Produktion im September 1943 zum Erliegen. Aufgrund der vollen Einbindung von Renault in das Motorisierungsprogramm der Wehrmacht konnte der Umsatz zwischen 1940 und 1942 verfünffacht werden. Louis Renault stellte sich nach der Befreiung der Polizei, ihm wurde aber die Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten (Kollaboration) vorgeworfen. Er starb 1944 nach einem Monat Haft im Gefängnis unter nicht ganz geklärten Umständen. Deshalb wurde am 16. Januar 1945 Renault von der vorläufigen Regierung verstaatlicht und Pierre Lefaucheux als Generaldirektor eingesetzt. Der Firmenname war nunmehr Régie Nationale des Usines Renault.

Die Automobilproduktion beschränkte sich nach dem Zweiten Weltkrieg einzig auf den heimlich im Krieg entwickelten Renault 4CV (Crèmeschnittchen). Bereits kurz nach der Vorstellung 1946 muß Renault 1947 Lieferfristen von über einem Jahr einführen, die Monatsproduktion von 7.750 Fahrzeugen im Herbst 1948 bricht den Vorkriegsrekord. 1949 ist Renault größter Autobauer Frankreichs, in diesem Jahr wird auch ein Büro in Baden-Baden eröffnet. 1950 baut Renault in Spanien das FASA-Werk in Valladolid, später folgen weitere Werke in Palencia sowie Sevilla. FASA wurde durch spanisches Privatkapital gegründet und wurde dann in den folgenden Jahren schrittweise zu 100 % an Renault übergeben. Der Name FASA-Renault blieb bis zum Anfang des 21. Jahrhundert, anschließend firmierte das Werk als Renault España.

Aus dem Zusammenschluss der Produktion schwerer Lkw von Renault mit Latil und Somua entstand 1955 Saviem. Unter dem Aspekt, ein Konzern des Volkes zu sein, setzte Renault in den 1960er Jahren die bezahlte dritte und vierte Urlaubswoche durch. Die Produktion brachte zu dieser Zeit revolutionäre Modelle wie den Renault 4 oder den Renault 16 hervor. Schon damals setzte Renault auf den Export und kam damit nicht nur in Frankreich an die Spitze der Zulassungen, sondern auch in Europa weit nach vorne.

In der folgenden Zeit wächst Renault unaufhörlich und versucht mit anderen Unternehmen zu kooperieren bzw. durch Firmenaufkäufe weiter zu expandieren. Auf Betreiben des französischen Staates wird 1975 der Nutzfahrzeug-Hersteller Berliet in den Renault-Konzern integriert und 1978 mit Saviem zur neuen Firma Renault Véhicules Industriels (kurz: RVI) zusammengeschlossen. Die beiden bisherigen Markennamen werden noch bis 1980 weitergeführt, dann aber von der Marke Renault ersetzt, die damit erstmals seit 1957 wieder an mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen erscheint.

In der Zeit von 1961 bis 1969 steigen die Jahres-Produktionszahlen von 413.000 auf über eine Million Einheiten an und weitere Herstellungsstätten werden gebaut. Für den R16 wird 1963 in Sandouville bei Le Havre ein Montagewerk errichtet. 1969 wird der Bau des Karosserie- und Montagewerks Douai und die Verdoppelung der Kapazität von Sandouville beschlossen. Der Dauphine und der R4 werden in Córdoba (Argentinien), der R12 in Rumänien als Dacia gebaut. Ebenso wird eine Tochtergesellschaft in Mexico eingerichtet. Außerdem wird zusammen mit Peugeot ein Montagewerk in Peru gebaut. Der erste Exportmarkt wird 1962 Deutschland, wo 1970 mit 170.000 abgesetzten Einheiten ein Marktanteil von 7% erreicht wird; Renault ist damit größter Importeur in Deutschland.

Bereits im Zuge der Studentenunruhen im Mai 1968 kommt es zu Streiks, die die Produktion lahmlegen, am 18. Juni 1968 nehmen die Arbeiter nach einer firmeninternen Einigung die Arbeit aber wieder auf. Gegen die damaligen Bedingungen der Produktion bei Renault, bzw. für deren Beibehaltung, aber womöglich auf 40 Stunden die Woche oder 60 Lebensjahre begrenzte Dauer, lehnen sich offenbar die Beschäftigten zu Beginn der 1970er Jahre erneut auf, u.a. mit dem weltweit, vor allem allen Automobilarbeitern unvergessenen, französischen Renault-Streik 1971. Linksradikale Gruppen solidarisieren sich mit diesem Streik bzw. agitieren vor den Werkstoren. Am 25. Februar 1972 kommt Pierre Overney vor dem Werk Renault Paris-Billancourt bei einer solchen Aktion zu Tode.

Von 1970 bis 1980 steigt die Produktionsziffer von einer Million auf zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Grund ist die fortschreitende Automatisierung durch Industrie-Roboter sowie die Einführung von Modellen, die den Zeitgeist treffen, vor allem den Renault 5. Außerdem werden diverse andere Modelle mit wechselndem Erfolg eingeführt und durch die Alpine-Modelle die Öffentlichkeit breiter angesprochen. In Dieppe wird dazu 1976 das Werk "Renault Sport" eingeweiht und der neue Renault Alpine 310 mit V6-Motor vorgestellt. Bereits 1974 hatte man, u.a. für den Renault 30, mit Peugeot und Volvo den PRV-Motor vorgestellt und in Douvrin dazu ein Werk gebaut. Im Jahr 1972 wird der bisherige Rhombus, das Markenzeichen, welcher zuletzt 1959 verändert wurde, von Victor Vasarely neu interpretiert.

Im Jahr 1979 erwirbt Renault eine Beteiligung von 10 % am US-amerikanischen Lkw-Hersteller Mack Trucks, die bis 1983 schrittweise auf 40 % aufgestockt und 1987 an RVI weitergegeben wird. Ebenso wird 1979 durch den Konzern ein Gewinn von einer Milliarde Francs erzielt und damit alle früheren Produktions-, Export- und Inlandsverkaufsrekorde gebrochen.

1983 übernimmt die RVI Dodge Europe, im selben Jahr wurde der Baureihe G260/290 der Titel Truck of the Year verliehen. In Amerika wurden unter der Regie von Renault die Modelle R9 und R11 als AMC (American Motors Corporation) Alliance und Encore hergestellt und verkauft. Dabei entstand ein Cabriolet auf Basis des R9, das in dieser Form in Deutschland nie verkauft wurde. Gleichzeitig erhalten die legendären Jeeps Renault-Motoren und werden über das europäische Renault-Händlernetz vertrieben

Trotz der anfänglichen Erfolge gerät die Régie Renault insgesamt in eine schwere Krise: Die Produktion geht merklich zurück und 1984 werden rote Zahlen in Milliardenhöhe geschrieben. Die zu Anfang der Ära François Mitterrand gewährten Sozialleistungen waren daran offensichtlich nicht unschuldig. Es kommt weiterhin zu Verkaufsrückgängen, so dass in Deutschland nur noch ein Marktanteil von 2,8% zu verzeichnen ist. Der Konzernchef Bernard Hanon, der 1981 auf Bernard Vernier Palliez gefolgt war, wird 1985 vorzeitig von Georges Besse abgelöst. Besse startete einen drastischen Sanierungsplan, der massiven Stellenabbau und Verkauf von Aktivitäten und Beteilligungen umfasste.

Um der Krise zu entkommen, wurde die gesamte Kraft auf neue Produkte gesetzt und mit der Einführung des Renault Fuego Schritt für Schritt die gesamte Modellpalette erneuert. Sprösslinge dieser intensiven Bemühungen waren der Renault 25 und der Espace, der als Begründer der Minivans in Europa angesehen werden kann. Kurz danach gesellte sich noch der Renault 19 dazu und half Renault, wieder Gewinn zu machen. Fachkreise nennen den R19 später den "Retter von Renault".

Am 17. November 1986 wurde der französische Chef von Renault Georges Besse von Terroristen der Gruppe Action Directe erschossen. 1987 erwirtschaftete Renault wieder einen Gewinn von mehreren Milliarden Francs, nachdem 1986 das Defizit schon halbiert worden war. Gleichzeitig setzte Renault wieder auf Qualität mit der Richtlinie "Qualité Totale" und der Kommunikationslinie "Autos zum Leben". Im Jahre 1990 kaufte die RVI die restlichen Anteile an Mack Trucks. 1991 wurde der AE Truck of the Year. Aus Renault Véhicules Industriels entstand 1992 die Renault V.I. 1996, 51 Jahre nach der Enteignung, wurde Renault wieder privatisiert. Dem Unternehmen wurden zudem Schulden in Milliardenhöhe erlassen. Zwischenzeitlich war 1992 das Werk auf der Insel Seguin wegen Platzmangels geschlossen worden.

Die Renault-LKW-Baureihe „AE“ bot als erste ein COE-Fahrerhaus, das die Kabine komplett über dem Motor anordnete und - deutlich höher als bisher - den Fahrer beherbergte, wobei wie beim Büssing ein durchgehend ebener Boden und Stehhöhe vorhanden war. Das wurde von der Transportwirtschaft gerne angenommen.

Um Möglichkeiten zur Senkung des Treibstoffbedarfs zu demonstrieren, reduzierte Greenpeace mit vergleichsweise geringem Aufwand den Verbrauch des Twingo um 50 %. Die 'Renault V.I.' wurde 2001 in die LKW-Gruppe Volvo integriert und heißt seit 2002 Renault Trucks. Heute kooperiert Renault mit dem finnischen Hersteller Sisu Auto. 2001 firmierte die spanische Renault-Tochter Fasa-Renault in Renault España um.

Nach der 1999 gegründeten Allianz Renault-Nissan, beteiligte sich Renault im Jahr 2002 an dem Autokonzern Nissan (44 %), später an Volvo (20 %) und kaufte die Automarken Dacia (Rumänien) und Samsung Motors (Südkorea).

Die Traktoren-Sparte Renault Agriculture wurde 2003 komplett von dem deutschen Landmaschinen-Hersteller Claas übernommen. Die Traktoren aus den französischen Werken tragen fortan auch den Namen Claas und die markentypische grün-rote Lackierung.

Als einer der ersten PKW-Hersteller in Europa engagiert sich Renault in der Türkei, nahe Bursa. Die in den Jahren 1999 bis 2003 als Kombimodell abgesetzten Renault Mégane Grandtour 1 sind in der Türkei hergestellte Fahrzeuge. Im Jahr 2005 gewann Renaults Formel-1-Team zusammen mit seinem Fahrer Fernando Alonso den Fahrer- und Konstrukteurstitel der Formel-1-Weltmeisterschaft. Seit Frühjahr 2006 untersuchen Renault und Nissan Ansatzpunkte einer Kooperation mit dem amerikanischen Autokonzern General Motors. Im Jahr 2006 gewann Renaults Formel-1-Team zusammen mit seinem Fahrer Fernando Alonso erneut den Fahrer- und Konstrukteurstitel der Formel-1-Weltmeisterschaft.

Im Jahr 2007 kritisierten Gewerkschaften wie die CGT schlechte Arbeitsbedingungen in einer Renault-Entwicklungsabteilung bei Paris, die sie mit Gesundheitsproblemen und Selbstmorden von Mitarbeitern in Verbindung brachten. Die Unternehmensleitung wies einen Zusammenhang zurück.

Renault will 2011 einen Elektrowagen auf dem Markt bringen, der auf dem Twizy Z.E. Concept basiert. Der Wagen soll im spanischen Werk in Valladolid gebaut werden.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Renault aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Auf dieser Seite sind auch Versionen und Autorenangaben verzeichnet.

 

 

 
     

 

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