Der Alfa Romeo 164 ist ein Wagen der oberen Mittelklasse der italienischen Automobilmarke Alfa Romeo, der von September 1987 bis Juni 1997 hergestellt wurde, wobei die Auslieferungen bis 1998 andauerten.

Allgemeines

Der 164 wurde, obwohl Alfa Romeo damals noch als staatseigenes Unternehmen geführt wurde, gemeinsam mit dem Saab 9000, Lancia Thema und dem Fiat Croma entwickelt (Projekt Tipo 4). Mit ihnen teilt er sich die Bodengruppe. Das Design der vollverzinkten Karosserie des 164 stammt von Pininfarina. Der 164 war der erste größere Alfa Romeo, der über einen Frontantrieb verfügte.
Vom Alfa Romeo 164 abgeleitet ist der Alfa Romeo Scighera, ein Prototyp aus dem Jahre 1997.

Geschichte
Urmodell

Alfa Romeo präsentierte sein Modell 164 auf der IAA Frankfurt im September 1987. Folgende Versionen standen zur Verfügung:
• T.SPARK: angetrieben von einem Zwei-Liter-Vierzylinder mit Doppelzündung, jeweils mit und ohne Katalysator;
• 3.0 V6: mit drei Liter großem V6-Motor ("Arese-V6"), der aus dem im Frühjahr 1979 erschienenen Alfa 6 übernommen wurde, jeweils mit und ohne Katalysator;
• TD (nur für einige Märkte - besonders den italienischen Heimatmarkt): mit 2,5-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor mit Ventilantrieb über Stirnräder und obenliegender Nockenwelle, von VM Motori. Bei seiner Einführung auf dem italienischen Markt im Jahre 1987 war der 164 TD mit einer Spitzengeschwindigkeit von 200 km/h schnellster Diesel-PKW der Welt;
• Ab März 1988 (in Italien): Turbo (nur für einige Märkte - besonders den italienischen Heimatmarkt): mit einem Zweiliter-Turbo-Vierzylinder mit Overboost aus dem Hause Fiat/Lancia; diese Version wurde nur 1988 produziert;

Die offizielle Auslieferung des 164 in Deutschland begann erst im September 1988. Alfa Romeo und der Mutterkonzern Fiat wollten auf jeden Fall alle Kinderkrankheiten des neuen Modells abstellen und die Qualität auf ein angemessenes Niveau bringen. Immerhin sollte der Alfa 164 das Überleben der Automobilmarke Alfa Romeo für die Zukunft sichern.
Alle Alfa 164 brachten ihre Leistung über ein 5-Gang-Schaltgetriebe über die Vorderräder auf die Straße. Ab 1989 bot Alfa Romeo den 164 3.0 V6 auch mit einem 4-Stufen-Automatikgetriebe von ZF an.

Maquilage 90

Im Juli 1990 überarbeitete Alfa Romeo den 164 erstmals merklich.
Da die Urversion wegen ihrer starken Antriebseinflüsse in der Lenkung und wegen des schlechten Geradeauslaufs beim Beschleunigen heftig kritisiert wurde, wurde dort der größte Änderungsaufwand betrieben. So wurde der gesamte Antriebsblock aus Motor und Getriebe drei Zentimeter tiefer im Fahrzeug montiert. Dadurch verliefen die Gelenkwellen vom Getriebe zu den Radnaben in einer geraden Linie und nicht mehr wie zuvor geknickt, des Weiteren bauten sich unter Last wesentlich weniger Störkräfte auf, was das Fahrverhalten nachhaltig verbesserte. Die Antriebseinflüsse waren immer noch spürbar, hielten sich aber nun im marktüblichen Rahmen. Zusätzlich wurden einige Bedienungselemente im Innenraum überarbeitet. Zudem hat Alfa die Stecker für Kabelverbindungen verbessert. Die bis dahin teilverzinkte Karosserie erhielt eine Vollverzinkung. Dieses erste überarbeitete Modell wird Maquilage 90 (MQ90) genannt. Viele dieser Änderungen kamen nicht zuletzt wegen der geplanten Einführung des 164 auf dem US-Markt.
Im September 1990 wurde zusätzlich der 164 Quadrifoglio Verde (QV) als Spitzenmodell mit einem auf 147 kW (200 PS) gesteigerten 3.0 V6 eingeführt.
Im März 1991 präsentierte Alfa Romeo den 164 V6 Turbo. Dieser wurde durch eine Zwei-Liter-Variante des "Arese V6" angetrieben, die mit Turbolader aufgeladen eine Leistung von 150 kW (204 PS) brachte.

Modellpflege

Im Herbst 1992 wurde der Alfa Romeo 164 einer stärkeren Überarbeitung unterzogen und hieß von da an 164 Super.
Zu erkennen sind diese Modelle an neuen Ellipsoid-Scheinwerfern und voluminöseren Stoßfängern. Auch das Interieur wurde deutlich modifiziert, besonders zu erkennen an der neu gestalteten Mittelkonsole. Die Karosserie erhielt einen verstärkten Aufprallschutz und erstmals war (in Europa) ein Fahrer-Airbag erhältlich. Mit dem 164 Super wurde die 4-Ventil-Version des "Arese-V6" eingeführt, der V6 24V mit 3 Liter Hubraum und 155 kW (211 PS). Dieses Modell war auch mit einer 4-Stufen-Automatik von ZF erhältlich.
Eine leistungsgesteigerte Version mit 170 kW (232 PS) trieb nun den Alfa 164 Quadrifoglio Verde (QV) 24V als Topmodell an, der jedoch schon Anfang 1994 dem allradgetriebenen Alfa 164 Q4 weichen musste. Neben einem permanenten Allrad verfügte das neue Spitzenmodell ein 6-Gang-Getriebe von Getrag. Die beiden Quadrifoglio-Modelle behielten jedoch weiterhin die Stoßfänger des Urmodells.
Diese wiesen auch die bis Anfang 1994 weiterhin neben dem Super angebotenen einfachen 164er auf, die im Übrigen technisch mit dem Super identisch waren. Erst nach und nach bot Alfa die Versionen Twin Spark (2,0), V6 (3,0 12V), TD (2,5), V6 TURBO (2,0) als Super an.
Der 164 erhielt sodann nur noch kleinere Änderungen. So war ab 1994 ein Beifahrer-Airbag lieferbar. Ab Modelljahr 1995 erfüllten die Benzin-Motoren die Abgasnorm Euro 2. In den letzten Super-Modellen ab 1996 wurden serienmäßig die bis dahin den Quadrifoglio-Modellen vorbehaltenen Sportsitze und ein Holzlenkrad sowie -schaltknauf verbaut; zudem zierte die Stoßfänger anstelle der Chromzierleisten eine bronzierte Leiste.

Die Produktion des Alfa 164 lief Mitte 1997 aus. Es wurden insgesamt etwas mehr als 273.000 Stück produziert, die sich für die Zeit vom Produktionsbeginn im September 1987 bis zur Einstellung am 27. Juni 1997 zwischen den Modellen wie folgt aufteilen:
• 2.0 und 2.0 Super: 158.057
• 3.0 V6, 3.0 V6 Super und 3.0 4x4: 69.748
• davon 3.0 V6 24V QV: 998 Stück
• davon 3.0 V6 24V Q4: 1206 Stück (130 alfarot, 210 weiß, 601 schwarz, 195 proteorot,642 dunkelgrau, 644 mittelgrau)
• 2.5 Turbodiesel und 2.5 Super Turbodiesel: 45.602

Im Herbst 1998 debütierte der Nachfolger Alfa 166.

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