Der Alfa Romeo 145 ist ein Automobil der Kompaktklasse des italienischen Herstellers Alfa Romeo, das von Sommer 1994 bis Anfang 2001 hergestellt wurde.

Geschichte

Der Alfa 145 wurde ab Juli 1994 produziert und war das Nachfolgemodell des Alfa 33. Das fünftürige Schwestermodell stellte der Anfang 1995 vorgestellte Alfa 146 dar. Die interne Werksbezeichnung für 145 und 146 lautet Typ 930.
Der Karosserieentwurf des 145 geht auf Ermanno Cressoni zurück, den langjährigen Alfa-Romeo-Designchef, der nach der Übernahme von Alfa durch Fiat dort Leiter des Centro Stile geworden war. Cressoni war schon verantwortlich für die Gestaltung von Fahrzeugen wie der Alfetta-Limousine, der Transaxle-Giulietta, des ersten Alfa 33 und des Alfa 75.
Zudem konnte Cressoni beim 145 endlich einen lang gehegten Herzenswunsch umsetzen und ein Fahrzeug mit einer Stufe in der Unterkante des Türfensters entwerfen. Dieses Merkmal wünschte sich Cressoni bereits für den Fiat Cinquecento, wo es allerdings aus Kostengründen nicht realisiert werden konnte.
Ursprünglich wurde die Karosserie für den Lancia Delta entworfen und hatte große Ähnlichkeit mit der des Alfa 146 mit einem kurzen Stufenheck. Bei Windkanalversuchen wurde auf den Kofferraumdeckel ein Styroporklotz aufgesetzt und ein Steilheck realisiert, das sehr gute aerodynamische Werte erreichte. Als der Vorstand dieses Modell zu Gesicht bekam, wurde dort beschlossen, dass das Design weniger zu einem Lancia, sondern mehr zu einem Alfa passen würde. Daraufhin wurde die Frontpartie in die bekannte Form gebracht und Detaillösungen Alfa-typisch gestaltet.
Der Alfa 145 basierte auf der Bodengruppe des Fiat Tipo. Diese wurde aufwendig modifiziert, um die Verwendung der längs eingebauten Boxermotoren von Alfa Romeo zu ermöglichen. Dadurch machte der Alfa 145 auch die Modifikationen mit, die der Fiat Tipo im Lauf seiner Modellkarriere erfuhr.
Zunächst gab es den Alfa 145 mit den bereits aus dem Alfasud sowie dem Alfa 33 bekannten 8-Ventil-Boxermotoren mit 1,4 (66 kW/90 PS) und 1,6 Litern (76 kW/103 PS) sowie 1,7 Litern und 16 Ventilen (95 kW/129 PS). Weiterhin wurde ein Turbodiesel mit 2,0 Litern und 55 kW/90 PS angeboten.
Äußerlich gibt sich die erste Generation zu erkennen durch ein ovales Endrohr der Abgasanlage, nahezu ebene Radzierblenden mit eingeprägtem Alfa Romeo-Logo sowie Scheibenwischer mit bis an die Wischblätter reichende Kunststoffverkleidungen. Im Innenraum dominiert ein grauer Armaturenträger mit rechteckigen Lüftungsdüsen das Bild.
Im September 1995 wurde der Alfa Romeo 145 Quadrifoglio Verde auf der 56. IAA als Topmodell der Baureihe vorgestellt. Unterschiede zu den anderen Modellen der Baureihe waren die Seitenschweller mit grünem Quadrifoglio-Emblem, die Leichtmetallräder, sportliche Sitze, geänderte Instrumente, Lederlenkrad mit rot abgesetzten Nähten und ein speziell straffer abgestimmtes Sportfahrwerk. Als Motor verrichtete der erste TwinSpark-Motor in diesem Modell seinen Dienst unter der Haube: Ein Zweiliter-Reihenvierzylinder mit Doppelzündung und 110 kW/150 PS.

Modellpflege

Mit der Überarbeitung im Dezember 1996 wurde die Motorenpalette von den Boxermotoren auf Reihenvierzylinder mit Doppelzündung umgestellt, da die Boxermotoren aufgrund des merklich höheren Fahrzeuggewichts nicht die gewünschten Leistungs- und Verbrauchswerte erzielten. Erhältlich waren vier Benzinmotoren von 1,4 bis 2,0 Liter Hubraum und 16 Ventilen sowie weiterhin der Turbodiesel.
Äußerliche Modifikationen an der Karosserie wurden nicht vorgenommen. So ist der Unterschied zwischen den Fahrzeugen nur anhand weniger Details auszumachen: Die Fahrzeuge wurden mit einer dritten Bremsleuchte ausgestattet, die Radzierblenden sind nun etwas geschwungener und haben nach wie vor ein eingeprägtes Alfa Romeo-Logo, das Endrohr der Abgasanlage ist nun rund und die Scheibenwischer bestehen wie bei anderen Fahrzeugen üblich aus Metallarmen mit eingehakten, segmentierten Wischblättern. Weiterhin ist die Motorbezeichnung nun nicht mehr auf der linken Seite der Kofferraumklappe hinter dem Schriftzug „145“ angebracht, sondern auf der rechten Seite zusammen mit dem Schriftzug T.SPARK bzw. TD.
Im Innenraum wurde das Fahrzeug jedoch stärker verändert: Nun sorgen eine zweifarbige Mittelkonsole mit veränderten Reglern für die Belüftung sowie runde Lüftungsdüsen für eine sportlichere Optik, das Lenkrad ist mit einem aufgesetzten, farbigen Alfa Romeo-Logo bestückt. Weiterhin wurde ein von links nach rechts verlaufendes Stoffband, passend zur gewählten Farbe der Innenausstattung, am Armaturenträger integriert, welches den Innenraum weiter aufwertet. Das gesamte Armaturenbrett wurde besser ausgeschäumt, um die Knarz- und Klappergeräusche weiter zu reduzieren.
Unter dem Blech wurde der Alfa 145 parallel zum Fiat Tipo erheblich modifiziert, um die Unfallsicherheit zu verbessern. Der Fiat Tipo hatte beim damals neu eingeführten NCAP Crashtest ein verheerendes Ergebnis erzielt, weswegen die Frontpartie der Bodengruppe wesentlich verstärkt wurde, um ein besseres Crashverhalten zu erzielen. Alle auf dem Fiat basierenden Fahrzeuge erhielten diese Änderungen ebenfalls, so auch der Alfa 145. Dadurch stieg das Leergewicht der Fahrzeuge erheblich an.
Im Oktober 1998 erfolgte ein erneutes Facelift. Äußerliche Modifikationen betrafen insbesondere die Stoßfänger, welche mit eingesetzten Stoßleisten und einer rundlicheren Optik ausgestattet waren. Zudem waren die Stoßfänger nun bis auf eine schmale Stoßleiste vollständig in Wagenfarbe lackiert, während die Vorgängermodelle einen breiten, unlackierten Streifen aufwiesen. Die Radzierblenden erhielten ein farbiges Alfa Romeo-Logo.
Im Innenraum wurden nur wenige Modifikationen vorgenommen: Lüftungsdüsen und Instrumente wurden mit Chromringen verziert, ebenso sind die Türöffner nun ebenfalls in Chromoptik. Zudem wurde die Sicherheitsausstattung weiter verbessert: Seitenairbags waren ab sofort Serie, der Beifahrerairbag verfügt über eine Sitzbelegungserkennung.
Die Motorenpalette wurde nur in Teilen überarbeitet: Durch ein Schaltsaugrohr erstarkten der 1,8-Liter-Vierzylinder auf 106 kW/144 PS und der Zweiliter-Vierzylinder auf 114 kW/155 PS, der 2,0-Liter-Wirbelkammerturbodiesel wurde durch einen 8 Ventil-Common-Rail-Direkteinspritzer mit 77 kW/105 PS mit 1,9 Litern ersetzt. Weiterhin wurde die Palette der verfügbaren Farben überarbeitet: Fortan fand sich auch ein Gelbmetallic-Ton in der Farbpalette mit insgesamt 16 verfügbaren Farben wieder.

Im Januar 2001 wurde die Produktion des 145 beendet. Nachfolger wurde der Alfa 147.

Sondermodelle

Vom Alfa 145 gab es einige Sondermodelle, die nur für kurze Zeit verfügbar waren oder auf wenige Stückzahlen limitiert wurden:

Trofeo

Das Trofeo-Paket wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1996 angeboten bis zum ersten Facelift. Es war verfügbar für den Alfa 145 1.4, Alfa 145 1.4 L und Alfa 145 1.6. Es war in den Farben Alfarot sowie Schwarz erhältlich, beinhaltete unter anderem 15 Zoll große Leichtmetallfelgen Zender Imola mit Bereifung der Dimension 195/50 R15, einen Tieferlegungssatz (40 mm), volllackierte Stoßfänger, Außenspiegelgehäuse und Seitenschweller sowie einen Dachkantenspoiler und eine ovale Blende für das Endrohr der Abgasanlage. Im Innenraum wurden Teile aus dem Zender-Zubehörprogramm verwendet: Ein Aluminium-Schaltknauf mit Ledermanschette und rot abgesteppten Nähten sowie Aluminium-Pedalauflagen. Die Serienausstattung wurde nicht verändert.

Junior

Der Alfa 145 Junior hatte eine sportlichere Optik als die Serienfahrzeuge. Enthalten waren unter anderem die lackierten Seitenschweller des 145 Quadrifoglio Verde, allerdings mit Junior-Schriftzug anstelle des grünen QV-Emblems, lackierte Außenspiegelgehäuse und Türgriffe, eine Tieferlegung des Fahrwerks und 15 Zoll große Leichtmetallfelgen im Fünf-Loch-Design.
Im Innenraum fanden sich Lederlenkrad und Lederschaltknauf wieder. Angeboten wurde der Alfa 145 Junior im Jahr 1998 vor dem zweiten Facelift für die Modelle 1.4 T.SPARK L und 1.6 T.SPARK.

Limited 500

Die Limited 500 Edition war - wie der Name schon sagt - auf 500 Exemplare limitiert und war für den Alfa 145 nach dem zweiten Facelift im Jahr 1999 für den 145 1.4 T.SPARK, 1.6 T.SPARK und 1.9 JTD in der Farbe Schwarz verfügbar. Hier war das Mittelteil des Armaturenträgers silberfarben lackiert, der Schriftzug "Limited 500" auf den Seitenteilen über den Schwellern und unter den Rückleuchten aufgedruckt und die Nummer des Fahrzeugs wurde auf der Mittelkonsole vermerkt. Das Paket beinhaltete unter anderem 16 Zoll große Leichtmetallfelgen Zender Le Mans für die Sommerbereifung und Tieferlegung, einen Dachkantenspoiler, lackierte Stoßleisten in den Stoßfängern, eine ovale Auspuffblende und weiße Seitenblinker. Der Innenraum wurde aufgewertet durch ein Ledersportlenkrad, Aluminiumschaltknauf und -handbremshebel, Aluminiumpedalauflagen, Edelstahleinstiegsleisten. Die Serienausstattung wurde durch eine Klimahalbautomatik aufgewertet.

Edizione Sportiva

Nach dem Erfolg des Alfa 145 Limited 500 wurde ein weiteres Sondermodell zum Ende der Laufzeit der Baureihe 930 im Jahr 2000 aufgelegt, das sich stark an die Limited 500-Modelle anlehnte, jedoch zusätzlich in Alfarot, Blau und Silber bestellt werden konnte. So waren die Lackierung der Mittelkonsole und die Felgen bei beiden Paketen gleich, zusätzlich gab es 15 Zoll große Leichtmetallfelgen im Junior-Style mit Winterbereifung, auch Dachkantenspoiler und Tieferlegung sowie die weißen Seitenblinker waren vorhanden. Es fehlten lediglich die Limited 500-Schriftzüge.

Technische Daten Alfa Romeo 145 1.4 TS

• Hubraum: 1370 cm³
• Zylinderanzahl: 4
• Leistung: 76 kW (103 PS) bei 6300 min−1
• Drehmoment: 124 Nm bei 4600 min−1
• Steuergerät: Bosch Motronic MPI 1.5.5
• Kraftübertragung: 5-Gang Frontantrieb
• Leergewicht: 1210 kg
• Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
• Beschleunigung, 0–100 km/h: 11,2 s
• Durchschnittsverbrauch: 8,1 l/100 km
• Tankinhalt: 51 l
• Spurweite vorne: 1472 mm
• Spurweite hinten: 1441 mm

Technische Daten 145 2.0 Twin Spark 16V Quadrifoglio Verde

• Hubraum: 1970 cm³
• Zylinderanzahl: 4
• Leistung: 114 kW (155 PS) bei 6400 min−1
• Drehmoment: 187 Nm bei 3500 min−1
• Steuergerät: Bosch Motronic M2.10.3
• Kraftübertragung: 5-Gang Frontantrieb
• Leergewicht: 1240 kg
• Höchstgeschwindigkeit: 211 km/h
• Beschleunigung, 0–100 km/h: 8,3 s
• Durchschnittsverbrauch: 8,7 l/100 km
• Tankinhalt: 61 l
• Spurweite vorne: 1472 mm
• Spurweite hinten: 1441 mm

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